Und plötzlich war es da!

Ich habe sie in flagranti erwisch: Lilly hat ein Ei gelegt! Wie lange habe ich darauf gewartet, dass die „Kleinen“ endlich Eier legen… und ich vermute, es ist nicht ihr erstes. Denn neulich gab es an zwei aufeinander folgenden Tagen schon mal solch kleinere, kugelige Eier. Allerdings dort, wo Helga und Grete immer ihre Eier legen. Ein wenig habe ich mich schon gewundert, aber Grete als Schöpferin dieser Eier in Verdacht gehabt. Helga legt ja bekanntlich eher Riesen-Eier.

Lillys Ei

Vielleicht ist es so, dass sie nun, da die Tageslänge wieder zunimmt, beschlossen haben, mit dem Legen zu beginnen – wurde ja auch höchste Zeit. Eine Freundin fragte mich schon, ob Lilly und Lotte vielleicht behindert seien. Eine andere meinte, die beiden seien einfach nur hübsch und glaubten, sie müssen deshalb nicht arbeiten. Die nächste schlug ein Therapieprogramm aus Legegymnastik und Gackerstuhlkreis vor, denn richtig Gackern können sie auch noch nicht, sie klingen immernoch wie im Stimmbruch. Letztere Freundin bot sich auch sogleich als Therapeutin an.

Mondeier

Vor nichtmal vier Wochen, am 15. Januar gab es außerdem zwei mysteriöse Eier. Mit Flecken, wie man sie auf dem Mond sieht. Das hatten wir noch nie, daher hatte ich auch hier Lilly und Lotte in Verdacht und wartete auf weitere Eier dieser Art, aber nichts. Es wird wohl ein Rätsel bleiben, welche der vier Damen diese gelegt hat – oder eben zwei von ihnen. Tja, meine Hühner tuen alles dafür mich zu unterhalten!

Mondeier – Herkunft unbekannt.

Der Hühnerfuß – ein technisches Wunderwerk

Wunderwerk Hühnerkralle

Wir haben gerade noch so Dezember und sogar Frost! Ich freue mich, denn so muss sie sein, Die Zeit zwischen den Jahren. Neulich bestaunte meine Freundin meine Hühner und bemitleidete sie zugleich. Sie konnte nicht fassen, wie sie munter auf gefrorenem Boden herumliefen, die Krallen elegant anhebend und absetzend. Modelgleich stolzieren sie in gerader Linie über den gefrorenen Matsch: Chick-walk, könnte man sagen.

Tatsache ist, bei Hühnern verhält es sich so, wie bei andern heimischen Vögeln auch. Sie haben einen Wärmeaustauscher in den Krallen, der Erfrierungen oder gar Festfrieren (man denke auch an Ente auf einem zugefrorenen Teich) verhindert.

Vom Herz in die Beine verlaufende Arterien bilden mit den aus den Füßen aufsteigenden Venen einen Gegenstrom-Wärmeaustauscher. Der Kontakt zwischen Arterie und Vene muss dafür eng sein. Hühner-Arterien sind von dünnwandigen Vennen fast ganz bedeckt. Das Blut in den Venen übernimmt die Wärme des arteriellen Bluts – es wird so vorgewärmt, bevor es in den empfindlichen Körperkern zurückfließt. Gleichzeitig kühlen sich die Arterien ab, und ihr Blut erreicht die Füße vorgekühlt. So wird kaum Wärme an die kalte Außenluft abgegeben.

Hahnenschrei

Neulich morgens im Wohnzimmer vernahm ich im Unterbewusstsein ein Geräusch. Dann nochmals und ein weiteres Mal. Und plötzlich war ich hellwach. Das war das Kikiriki eines Hahns! Wie konnte das sein?

Horch!

Ich stürmte hinaus zum Hühnergehege und da hockte mein Huhn Helga im Morgengrauen auf dem Fliederast und reckte und streckte sich wie ein Gockel. Eine zaghafte Stimme am Gartenzaun fragte: „Habt Ihr jetzt einen Hahn?“ Meine hühnerliebende Nachbarin schaute verdattert Helga an, die keinen Mucks von sich gab. Ich versicherte, wir hätten keinen Hahn. Und wir bestätigten einander keine Sinnestäuschungen gehabt zu haben: das war Hahnengeschrei gewesen. Helga indes hopste leise fauchend vom Ast und strackste in Richtung Hühnerhaus zu den anderen. “ Wer weiß „, sagte meine Nachbarin, “ vielleicht macht sie eine Geschlechtsunwandlung durch und will jetzt Hahn sein?“ Dass Helga nicht gackert, ist nichts Neues. Lauthals schreien kann sie auch seit eh und je, aber so hat sie noch nie geklungen. Warten wir es ab, auch Hühner haben ein Recht auf Selbstbestimmung!

Nur Katzen fangen Mäuse? Pah – meine Grete auch!

Die Maus ist gefangen, nur Helga möchte auch etwas abhaben…

Schwups, war es geschehen. Ich hab es nur aus dem Augenwinkel gesehen: Wie immer stolzierte meine Hühnerschar durch den Garten, scharrte hier und da, versuchte ins Gemüsebeet einzudringen – da plötzlich eine schnelle Bewegung von Grete und sie hatte eine kleine Maus im Schnabel. Zack wurde das Tierchen hin und her geschwenkt, nochmal auf den Boden geworfen und erneut aufgenommen. Grete die Jägerin, heute war der Gemüsegarten mit dem leckeren Grünkohl komplett uninteressant. Nicht nur Katzen fangen Mäuse! Ich sag´s immer wieder in jedem Huhn steckt ein Raubtier!

Schnell weg, die anderen folgen auf Fuß

Vor allem Helga, die große Wurm-Jägerin, versuchte Grete die Maus abzujagen. Doch es gelang ihr nicht, allerdings ließ sie Grete auch keine Ruhe, die Beute zu zerlegen. Lilly und Lotte, liefen wiederum aufgeregt den beiden Alt-Hühnern hinterher. So eine Maus, ist verglichen mit den ewigen Würmern und Schnecken eine fette Beute. Eigentlich genug zum Teilen. Aber wenn´s ums Fressen geht, sind meine vier Hühnerdamen nicht sehr sozial eingestellt. Wie es ausgegangen ist, weiß ich nicht. Im Hühnerhaus, fand ich heute frühe nicht die Reste einer Maus…

Mein Tipp: Ausstellung „Hühner – Unterschätztes Federvieh“

Für Alle, die endlich ALLES über Hühner erfahren möchten:

Hingehen, angucken!

Ab ins Museum zu Allerheiligen in der Schweiz (Klosterstrasse 16 in Schaffhausen). Hier können sich Groß und Klein dem lieben Federvieh auf spielerische Art nähern. Die Ausstellung zeigt auch ein ums Zehnfache vergrößertes Skelett eines Masthuhns – da sieht man mal wieder, wie nah das Huhn dem Dino ist!!!

Aber auch unser Verhältnis zum Huhn als Eier– und Fleischlieferant wird in der Ausstellung thematisiert.

Riesenküken – kein Grund zum Fürchten

Lilly und Lotte sind laut ihrem Züchter am 12. April geschlüpft – im Brutschrank übrigens – so wie das bei Millionen Küken heutzutage der Fall ist. Die beiden sind demnach 28 Wochen alt. Die Amrocks gelten als frühreif, damit müssten sie mit der 21. Lebenswoche ihre Legereife erlangen… Aber nein, sie wachsen und wachsen und sind nun schon größer als Helga und Grete, aber der Kamm ist noch winzig und ans Eierlegen denken sie schon gar nicht.

Lilly und Lotte sind nun größer als Helga und Grete

Vielleicht hat der Züchter sich aber auch geirrt in seiner Buchführung? Bei Nachfrage war er sich nicht ganz sicher, ob sie nicht doch am 5. Mai geschlüpft sind. Damit wären sie gut drei Wochen jünger und erst in der 24. Lebenswoche. Ich warte einfach mal ab – irgendwann wird der Kamm schon wachsen und dann kommen sie hoffentlich auch auf den Gedanken es den Seniorinnen gleich zu tun und mit dem Eierlegen zu beginnen.

Auch Gackern will gelernt sein

Auch die Stimmbildung meiner Riesenküken ist noch nicht abgeschlossen. Überwiegend Piepsen sie noch wie Küken. Lilly versucht es auch schon mal mit energischem Gackern, doch es klappt noch nicht so richtig. Lilly hat einen richtigen Bariton – nein, nicht auf dumme Gedanken kommen! Sie ist KEIN Hahn! Sagen wir also lieber sie hat einen ausgeprägten Alt.

Hier die Hörprobe. Leider jammert Grete im Hintergrund dazwischen und Helga faucht auch ein wenig – bekanntlich mögen die beiden das Smartphone nicht, anders als meine Digital Natives Lilly und Lotte.

Der steinige Weg zur Hühner-Gemeinschaft

Team Building für die Hühner-Gemeinschaft

Monate sind vergangen seit dem letzten Beitrag über Helga & Grete, Lilly & Lotte. Aufregende Tage für meine Hühnerschar und mich… Doch jetzt scheint alles im Lot, die vier Girls baden gemeinsam im Sand! Wellness als Team Building Activity. Ich atme tief durch und wende mich der Gartenarbeit zu.

Sandbaden ein Genuss für´s Huhn

Auf der Wiese klappt es ja schon lange Zeit recht gut. Die beiden Paare hocken in respektvollem Abstand unter dem Kirschlorbeer oder den Hortensien. Nur beim Einzug ins Hühnerhaus begann auf einmal der Stress: Grete verweigerte den beiden Neulingen den Zutritt, die Kleinen piepst verzweifelt und zogen sich dann resigniert aufs Dach zurück. Dort hockten sie Seite an Seite, genau dort, wo sich Helga und Grete auch immer hinsetzen, wenn sie die Schließzeit der Klappe verpassen.

Lilly und Lotte hoch oben auf dem Dach des Hühnerhaus n

Doch Lilly und Lotte gaben nicht auf. Sie gingen früher ins Hühnerhaus als die beiden Alten und setzen sich in ihren Schlafbereich. Extra für sie haben ich eine weitere „Koje“ angebaut, die sie auch sofort angenommen haben. Doch ich habe die Rechnung ohne Grete gemacht. Sie attackierte die beiden mit heftigem Picken und schmiss sie so wieder aus dem Haus. Ich habe sie dann wieder hinein gesetzt und bewacht bis Ruhe einkehrte.

Endlich komme ich auch wieder dazu ein wenig auszuschlafen. Wochenlang weckte mich Helga und Gretes Gezeter und Gejammer bei Morgengrauen. Offenbar hatten sie über Nacht vergessen, dass sie nun Haus und Gehege mit Fremdlingen teilen. Beim ersten Tageslicht sahen sie die Eindringlinge und fingen wild an zu schimpfen. Schlaftrunken taumelte ich zum Hühnerhaus, meine Beschwichtigungsversuche scheiterten meist, die Damen wickelten sich eine Weile auf und erste die Bestechung mit reichlich Futter brachte Ruhe in den Laden.

Einliegerwohnung im Hühnerhaus mit separatem Zugang

Also habe ich die Wohnbereiche der Hühnerpaare mit einem Brett abgetrennt und einen separaten Eingang für Lilly und Lotte geschaffen. Alle Hühner konnte sich über das Brett hinweg sehen, aber nicht zueinander gelangen. Zwei Nächte haben sie so verbracht, dann gingen Lilly und Lotte wieder ins Haupthaus zu Helga und Grete und siehe da – dieses Mal wurden sie nicht rausgeschmissen. Kurzerhand habe ich das Brett wieder entfernt und jetzt ist alles Friede, Freude, Eierkuchen (natürlich!).

Vielleicht werden wir Freundinnen ?

Lilly und Lotte haben auf der Wiese ihr eigenes Gehege vis-à-vis mit Helga und Grete. Mittlerweile unterlassen die beiden Seniorinnen Attacken durch den Zaun. Kein Picken und auch kein Antäuschen desselben. Auch Helgas Gefauche und Gretes Gejammer beim Anblick von der beiden Kleinen ist nahezu verebbt.

Also wage ich es seit ein paar Tagen, die vier zusammen in ein Gehege zu setzen. Anfangs haben sich Helga und Grete nur über das Futter von Lilly und Lotte hergemacht und das ganze schien zu funktionieren. Dann aber pickten sie doch nach der mittlerweile auf Zwerghuhn-Format angewachsenen Konkurrenz. Die beiden hops laut fipsend davon. Als sie dann noch einen konzertierten Angriff auf nur eines der kleinen Hühnchen starteten, und es in die Zange nahmen, habe ich mich eingemischt. Federn mussten die Kleinen lassen, Blut ist zum Glück nicht geflossen. Hühner können so gemein sein, sagte mir eine erfahrene Hühnerfreundin – sehr wahr. Nach meiner Intervention war wieder Ruhe im Gehege. Die beiden Paare ließen sich an unterschiedlichen Plätzen nieder und wandten einander das Hinterteil zu. Wir üben das jetzt jeden Tag, es muss klappen…..

Patchwork-Family ist nicht leicht –

auch nicht für Hühner. Vor gut drei Wochen sind Lilly und Lotte bei mir eingezogen – allerdings noch nicht ins Hühnerhaus, die Residenz von Helga und Grete. Die beiden sind komplett ausgeflippt, als sie die Kleinen das erste Mal sahen – und es wird nur schrittchenweise besser…

Der gemeinsame Begegungsraum der beiden Hühnerpaare ist die Wiese – mit Zaun dazwischen. Erst ließ das Schimpfen aus vollen Hals nach, auch Helgas Gockelgehabe ebbte bald ab. Grete jammert deutlich weniger und ist nicht mehr beleidigt. Anfangs schaute sie hilfesuchend zu Helga. Mittlerweile habe ich den Verdacht, sie findet die beiden schwarz-weißen Puschel insgeheim ganz interessant. Doch Begeisterung sieht anders aus. Helga ignoriert Lilly und Lotte und Grete schleicht am Zaun entlang – und pickt hier und da nach ihnen. Lotte hat sie einmal erwischt. Böse Grete. Zu ihrer Ehrenrettung muss ich sagen, meist täuscht sie das nur an. Machtgehabe. Sie weiß wohl, dass sie keine Chance hinterm Zaun hat. Und die Kleinen sind auch nicht blöd: Abstandhalten lautet auch für sie das Gebot der Stunde.

Grete attackiert Lilly und Lotte

Seit vergangenem Wochenende hat sich die Situation deutlich entschärft. Der Zaun ist immer noch da und nachts schlafen die beiden Althennen im Hühnerhaus und die Jungen in ihrer Kiste im Anbau, aber die Wiese ist nun für alle da:

Friedliche Koexistenz

Helga und Grete wirken insgesamt ein wenig irritiert, sie haben sicher große Sorge, dass ihnen der Prinzessinnen-Status abgesprochen wird. Natürlich nicht: fortan gibt es einfach vier davon! Und ich glaube, ab und an beraten sie sich, wie sie nun vorgehen sollen…

Und, was hältst du von den Gestreiften?

Ab ins Grüne

Am schönsten ist die grüne Wiese

Noch verbringen Lilly und Lotte die Nächte in ihrem geräumigen Karton mit Blick auf die Terrasse. Aber am liebsten besuchen sie die große Wiese wo sie eifrig Gras zupfen und wie kleine Staubsauger verschlingen. Natürlich nur wenn Helga und Grete nicht dort sind… Freundschaft haben sie noch nicht geschlossen. Die beiden Althennen, bekommen zwar keine Tobsuchtsanfälle mehr wenn sie die Neuankömmlinge sehen, aber warnende Fauchlaute und empörtes Gegacker bleiben nicht aus. Meist hält es nur kurze Zeit an, dann kehren sie uns beleidigt ihr Hinterteil zu und verkriechen sich im nächsten Busch.

Beleidigte Grete

Stippvisite im Hühnerhaus

Wenn Helga und Grete die große Wiese besuchen, dürfen Lilly und Lotte ins Hühnerhaus damit sie sich in aller Ruhe dort umsehen können, denn bald werden sie dort zu viert leben. Bald heißt, wenn die Kleinen noch etwas gewachsen sind und ich keine Angst mehr haben muss, dass Helga – oder auch Grete – sie zu Hackfleisch verarbeiten. Jedenfalls haben Lilly und Lotte ziemlich spitze Schnäbel (viel spitzer als die der Sussex-Damen). Hoffentlich können sie sich damit gut zur Wehr setzen.

Test-Sitzen im großen Hühnerhaus

Jetzt da die Abende lang und hell sind, wollen Lilly und Lotte sich nicht gleich zur Ruhe legen, wenn sie wieder in ihre Kiste kommen. Sie haben sich daher aufs Fliegen fangen verlegt. Ihre Kiste hat „Fenster“ vor denen sich wiederum eine große Glasscheibe befindet. Hier schwirren einige Fliegen entlang, die sie geschickt aufpicken.

Mal schauen, wann wieder so ein geflügeltes Etwas vorbeischwirrt…

Ach ja, ich hab noch nicht von Ilse berichtet. Ilse ist ein Glas-Huhn, das ebenfalls bei uns lebt. Im Sommer hat sie ihren Platz auf der Terrasse, auf der Fensterbank vor dem Anbau wo Lillys und Lottes Kiste jetzt steht. Lange Zeit lebte Ilse in der Kleiderkammer unseres Städtchens bis die Mutter einer Freundin sie dort befreite und ihrer Tochter gab, damit sie Ilse zu uns und damit unter „Ihresgleichen“ bringt.

Ilse und Lilly