Hechelndes Huhn

Die hohen Sommertemperaturen machen uns allen zu schaffen, auch Helga und Grete. Die beiden lieben die Deckung von Büschen und Bäumen, weil Unheil oft von oben droht. In Gestalt von Raubvögeln – oder das, was die beiden dafür halten, wie Flieger oder Fesselballons. Steigen die Temperaturen über 25 Grad, bleiben sie am liebsten ganz im Schatten. Platt wie Flundern pressen sie ihre Bäuche auf den Boden. Dazu haben sie sich zuvor eine Kuhle gescharrt, um an feuchteres Erdreich heranzureichen. Hühner können wegen ihres Federkleides nicht schwitzen. Da sie obendrein wasserscheu sind, bleiben ihnen nur zwei Methoden zur Kühlung: Hecheln wie ein Hund und Flügel lüpfen wie ein kokettes Weibsbild ihr Röckchen.

Helga

Eierlegen bei 40 Grad

Als es dieser Tage im Juli so heiß war wie in der Bratpfanne des Teufels, knackten viele Orte in Deutschland die 40 Grad Marke. Ich hegte die leise Hoffnung, das meine beiden Hennen vielleicht das Eierlegen vorübergehend einstellen, aber leider nein. Helga und Grete sind Hennen im besten Alter und nehmen ihr Legegeschäft sehr ernst. Leider hat sich insbesondere Helga noch auf keine feste Tageszeit für dieses tägliche Großereigniss festgelegt. Und so kam es, das sie sich gegen Mittag in ihr Legenest begab und den Legeprozess in Angriff nahm, während Grete es sich längst im Dickicht des Kirschlorbeers eingerichtet hatte. Um zwei Uhr stürmte Helga dann mit letzter Kraft aus dem Hühnerhaus, über die Wiese bis zu Gretes lauschigem Plätzchen. Minuten lang stand sie mit abgespreizten Flügeln und hechelte nach Luft. Dank kühlem Wasser und Melone schaffte sie es nach einigen Minuten, eine kleine Kuhle in die feuchte Erde zu scharren und ihren Bauch dort hineinzupressen.

Reichlich Wasser, Gurke, Tomate und Wassermelone werden an Hitzetagen besonders dankbar angenommen. Robert Höck, Hühnerhalter aus Österreich, erklärt in Happy Huhn, Folge 99 wie man Hühnern bei Hitzestress helfen kann.

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