Das Eiergeschäft

Eine Zierde im Miniatur-Zengarten: die beiden ersten ausgeblasenen Eier von Helga & Grete.

Es wird höchste Zeit vom Eierlegen zu sprechen. Meine beiden emsigen Hennen legen bisher nahezu täglich ein Ei. Sie haben damit in ihrer 21. Lebenswoche begonnen. Es ist ihr aufregenste Ereignis im Hühneralltag. Ist es erledigt, kommen sie aus ihrem Haus geeilt, gackern lauthals, suchen die andere – und: widmen sich dem Fressen. Helga tut sich schwerer mit dem Eierlegen. An manchen Tagen verschwindet sie schon früh am Morgen ins Legenest und versucht es erfolglos, dann kommt sie wieder raus um wenig später wieder zu verschwinden. Das Ganze hat sich schon über vier Studen gezogen.

Ungeduldige Grete

Grete kann es gar nicht leiden, wenn Helga zu früh zum Eiergeschäft verschwindet oder stundenlang in der Koje hockt. Dann läuft sie mit jammerigen Gegacker ums Hühnerhaus herum und ich höre wie sie quengelt: Lass uns doch erstmal auf die saftige Wiese gehen, Du kannst nachher immer noch Dein Ei legen! Manchmal geht sie ins Haus und gackert Helga die Hucke voll. In der Regel antwortet diese mit einem entnervtem Fauchen. Dann zieht Grete beleidigt wieder ab und setzte das Lammento draußen fort. Es kommt auch vor, dass Grete bei Helga bleibt. Ich vermute, weil diese all ihre Kraft fürs Eierlegen einsetzt und die plärrende Grete notgedrungen in ihrer Nähe akzeptiert.

Mega-Ei

Vorgestern hat Helga wieder ein riesiges Ei gelegt. Es ist knapp 8 Zentimeter lang. Ich frage mich ob Huhn-Helga sich vielleicht Gänse als Vorbild genommen hat. Ihr Ei wog 93 Gramm! In diesem Riesen-Ei hat sie wie schon zuvor, wieder zwei Dotter in einer Kalkschale verpackt. Bei 73 Gramm beginnt die Gewichtsklasse XL für Eier von Hühnern, Gänsen und Enten gemäß einer EU-Norm. Gänseeier wiegen zwischen 150 und 200 Gramm, ein durchschnittliches Hühnerei wiegt 57 Gramm. Das ist die Gewichtsklasse, in der Grete antritt, ihre Eier wiegen meist zwischen 55 und 60 Gramm.

Links Helgas Mega-Ei und rechts Gretes Ei vom gleichen Tag.

Windei

Das ist nun schon das dritte Mal, dass Helga so ein großes Ei legt und ich bin sicher, es ist kein Vergnügen für ein Huhn, solch ein großes Ei aus sich heraus zu pressen. Ich habe ja schon berichtet, das Helga sich selbst die kleinen Federn am Bauch rupft. Ab und an finde ich sie im Legenest neben ihren Eiern. Nach ihrem zweiten und dritten Mega-Ei hat sie am nächsten oder übernächsten Tag kein Ei gelegt – das war sicher eine Erholung für ihren Körper. Es ist auch schon vorgekommen, das Helga innerhalb von ungefähr 30 Stunden drei Eisprünge hatte. Den ersten hat sie zu einem normalen Ei mit Kalkschale verpackt, für die beiden folgenden hatte ihr Körper offenbar nicht genug Kalk um auch für sie eine richtige Verpackung zu produzieren. Sie legte sie ohne Kalkschale. Eiklar und Dotter waren nur von der dünnen Ei-Haut umhüllt. Der Volksmund nennt diese Eier Windei.

Ein Windei ohne Kalkschale im Legenest. Die Ei-Haut ist schon perforiert.

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